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Mit allen Wassern gewaschen


20.09.2018

LHG und Lübecker Uni testen Unterwasserroboter im Hafen

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(Lübeck, 20.09.2018) Gemeinsam mit der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) entwickelt das Institut für Technische Informatik (ITI) der Universität zu Lübeck bestehende Unterwasserroboter so weiter, dass sie im Hafen einsetzbar sind. Dafür stehen Mittel aus dem Förderprogramm „Innovative Hafentechnologien“ (IHATEC) zur Verfügung. Im Fokus steht zunächst die Inspektion von Kaimauern. Die Tests an den LHG-Terminals Konstinkai und Nordlandkai erfolgen im Rahmen des IHATEC-Vorhabens „Secure Port“.

AUVs tasten Kaimauern mit Ultraschall ab

Sicherheit im Hafen: Dazu gehört auch, Kaianlagen so in Schuss zu halten, dass sie verkehrssicher sind. Beispielsweise müssen Spundwände aus Metall regelmäßig untersucht werden. Das war bislang exklusiv der Job eines Tauchers. Er steigt hinab in dunkle Tiefen und tastet die Flächen ab, fotografiert starken Bewuchs oder auch Löcher in den Wänden. Eine anstrengende und zeitraubende Arbeit. Zukünftig soll der Unterwasserspezialist künstlich intelligente Unterstützung finden: Die sogenannten AUVs (Autonomous Underwater Vehicles) sollen nicht nur allein, sondern in Schwärmen den Zustand von Kaimauern, aber auch Schiffsrümpfen prüfen. Autonom heißt, dass sie sich ohne menschliche Steuerung bewegen. Mit Hilfe von Ultraschall-Impulsen stellen sie fest, ob und wo Bewuchs und Löcher vorhanden sind. Der Taucher kann sich dann darauf beschränken, die betroffenen Bereiche zu untersuchen und zu fotografieren.

Äußerlich ähnelt ein AUV einem geflügelten Torpedo. Vier Flügel beherbergen jeweils zwei Motoren zum Manövrieren und Tauchen, mittig dienen zwei weitere Motoren dem Antrieb. Die kleinen Unterwasserforscher sind circa 80 Zentimeter lang und haben einen Durchmesser von zehn Zentimetern. Sie wiegen nur acht Kilogramm: Dadurch können sie leicht ins Wasser gelassen werden. Am besten gleich mehrere auf einmal, also im Schwarm. Mit akustischen Signalen können sich die Roboter unter Wasser miteinander „unterhalten“. Per Funk ginge das nicht, da Funksignale unter Wasser nur eine sehr beschränkte Reichweite haben.

Multitalente agieren im Schwarm und verständigen sich per Ultraschall

Müsste eine Kaimauer inspiziert werden, dann könnten drei oder vier untereinander in Position gebracht werden und nach rechts oder links ausschwärmen. Das spart eine Menge Zeit. Tom Patrik Österreich, Bereichsleiter Organisation, Informationstechnologie und Hafenbahn der LHG erläutert: „Wir können und wollen den Taucher gar nicht ersetzen. Aber wir können ihn mit unseren Robotern erheblich unterstützen.“ Die technischen Multitalente gehen sozusagen auf Erkundungsfahrt und melden, wo genau der Taucher interessante Stellen finden kann. Damit verkleinern sie die zu untersuchende Fläche stark; getaucht werden kann dann mit weniger Aufwand. Denn den Tauchern geht leider der Nachwuchs aus. Kaum ein junger Mensch interessiert sich für eine Ausbildung. Die Arbeit unter Wasser ist hart.

Nicht nur Kaimauern, auch die Außenhaut von Schiffen können die Roboter zukünftig unter die Lupe nehmen, wenn der Eigner es wünscht. „Auch hier denken wir vor allem an Beschädigungen und lästigen Bewuchs, die den Schiffsverkehr beeinträchtigen können“, erklärt Österreich.

Michael Stein (Condor, Projektpartner der LHG und der Universität zu Lübeck) fügt hinzu: „Wenn wir uns umschauen, sehen wir viele innovative Technologien, die bereits ausgereift und kosteneffizient vorhanden sind. Die warten nur darauf, aus High-Tech Branchen in die maritime Wirtschaft transferiert zu werden. Damit können wir einen Riesenschritt machen, Sicherheit in den Häfen zu verbessern.“ So untersucht Stein beispielsweise den sicherheitsrelevanten Einsatz von Flugdrohnen und 3-D-Kameras. Bis 2020 rechnet er mit konkreten Produkten, die mit einem Gütesiegel „Made in Lübeck“ versehen weltweit in Häfen zum Einsatz kommen könnten. LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens resümiert: „Mit diesem Projekt stellen wir erneut unsere Innovationsfähigkeit unter Beweis. Wir freuen uns, dass der Einsatz der Mittel aus dem IHATEC-Programm erste Erfolge zeigt. Auch bei der Digitalisierung wollen wir unter den Ostseehäfen eine führende Rolle einnehmen.“

 

 

Hintergrund: 2017 reichte die LHG drei Projekte im Forschungsvorhaben IHATEC ein, allen erteilte das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) einen Förderbescheid über insgesamt 888 000 €. Neben dem Thema „Secure Port“ handelt es sich um die Projekte „RoRo-Hafen 4.0“ und „Mission“. LHG ist Konsortialführerin, die Durchführung ruht auf mehreren Schultern: Die Universität zu Lübeck mit unterschiedlichen Instituten ist maßgeblich an allen drei Projekten als Konsortialpartnerin beteiligt. Hinzu kommen das Fraunhofer Center für Maritime Logistik (CML), Lufthansa Industry Solutions, Condor International and Maritime Services sowie Intergermania Transport.

Ganz schön heavy: Wie gut, dass es den Kanal gibt


28.06.2018

LHG verlädt Anlagenteile vom Binnenschiff auf Tieflader

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(Lübeck, 28.06.2018) Zwei imposante Teile einer Servo-Transferpresse aus dem Hause ANDRITZ Kaiser hat die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) kürzlich am Skandinavienkai verladen. Über den Elbe-Lübeck-Kanal gelangten die jeweils 5 Meter langen, mehr als 4 Meter breiten, knapp 4 Meter hohen und 94 Tonnen schweren Ungetümer aus Baden-Württemberg an den Kai. Ein Transport über die Straße wäre bei annähernd gleicher Laufzeit auf Grund von Brücken­bauwerken mit heruntergesetzter Tragfähigkeit aufwändiger und teurer gewesen. Das Binnenwasserstraßennetz ist prädestiniert für derartige Ladungen.

Vor Ort brauchte es nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern vor allem Power. Eigens aus Hamburg reiste ein Fünfhundert-Tonnen-Kran an. Vier Begleitfahrzeuge und zwei Tieflader mit Kranzubehör und Gegengewichten eskortierten ihn. Der Einsatz in Travemünde verlief reibungslos. Das LHG-Team hievte die beiden Klötze mit Hilfe des Schwerlastkrans über die Kaikante und auf einen Tieflader. Der fuhr noch am selben Abend mit einer Fähre weiter nach Südschweden. Organisiert hat den Transport die Nürnberger Niederlassung des österreichischen Schwertransport-Spezialisten Felbermayr. Empfänger ist ein schwedischer Hersteller für Wärmetauscher. Mit dem Gerät, das eine Presskraft von 15 000 Kilonewton hat, werden Wärmetauschplatten produziert. Die Industrie setzt sie auf vielen Gebieten des Kühlens oder Erwärmens ein.

Herzlich Willkommen zurück, Peter Pan!


31.05.2018

Jetzt ist sie wieder da, die RoPax-Fähre Peter Pan...

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Zurück von ihrem Werftaufenthalt lief die Fähre der Reederei TT-Line heute Morgen den Skandinavienkai an. Dreißig Meter ist sie gewachsen. Und dank eines neuen Wulstbuges verkehrt sie zwischen dem südschwedischen Hafen Trelleborg und Lübeck noch umweltfreundlicher als bisher: Bis zu 25 % Prozent geringer fallen die Emissionen auf ihren Fahrten aus. Zudem verfügt die nun 220 Meter lange Fähre mit 3 000 Lademetern über deutlich mehr Platz für rollende Ladung. Die LHG wünscht der Peter Pan allzeit gute Fahrt.

Auf den Spuren der Neuen Seidenstraße


26.04.2018

Saxe und Jürgens zu Besuch in Sankt Petersburg

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(Lübeck, 25.04.2018) Bernd Saxe, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, und Sebastian Jürgens, Chef der Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG), haben sich in der vergangenen Woche zu einem dreitägigen Besuch in St. Petersburg aufgehalten. Dort wurden sie von Dmytro Grybkov, dem Leiter der OOO ECL Rus, einer Beteiligungsgesellschaft der LHG begleitet. Ziel der Gespräche waren die Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sowie eine stärkere Kooperation zwischen den beiden Häfen. Auf dem Programm standen daher auch die Besichtigung verschiedener Hafenanlagen sowie Gespräche mit den jeweiligen Hafenbetreibern.

Bei einem Treffen wiesen Mitglieder der St. Petersburger Stadtregierung auf die wichtige Rolle der Stadt entlang der „Neuen Seidenstraße“ hin, die von China über Russland in die wirtschaftlichen Zentren Westeuropas führen werde. Die Infrastruktur auf östlicher Seite sei weitgehend fertiggestellt. Jetzt gehe es um die Entscheidung, ob die Weiterleitung der Güter ab St. Petersburg auf dem Schienen- oder Wasserweg erfolgen solle. Der Hafen Lübeck könne im Rahmen dieser neuen Verbindung eine bedeutende Rolle spielen.

Konkret wurde verabredet, regelmäßig gemeinsame Hafentage St. Petersburg-Lübeck zu veranstalten, bei denen die Entwicklung der Hafenkooperation erörtert werden soll. Zur Vorbereitung sollen weitere Arbeitsgespräche geführt werden.

Bernd Saxe kommentiert: „Die Neue Seidenstraße kommt, ihre Realisierung ist schon weit fortgeschritten. Wir müssen uns jetzt fragen, ob wir ein Umschlagplatz auf dem Weg zwischen dem Riesenreich China und dem wirtschaftlich starken Westeuropa werden wollen.“

Sebastian Jürgens ergänzt: „Die LHG ist bereit und in der Lage, bei diesem neuen logistischen Konzept eine bedeutende Rolle zu spielen. Darüber hinaus werden wir weitere Zukunftskonzepte mit der Region St. Petersburg erarbeiten.“

Vier spannende Tage im Land der fünf Meere


25.04.2018

LHG knüpfte Netze in Moskau und Sankt Petersburg

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(Lübeck, 23.04.2018) Die Messe „Transrussia“, größte logistische Fachschau innerhalb der Russischen Föderation, zog vom 17. bis 19. April in Moskau wieder viele Interessierte an. Über 16 000 Besucher aus 52 Ländern informierten sich in den Messehallen über die Neuigkeiten der Branche. Auch für die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) hat dieses Ereignis seit vielen Jahren einen festen Platz im jährlichen Terminkalender.

Auf dem Hamburg-Lübecker Gemeinschaftsstand suchte LHG-Chef Sebastian Jürgens gemeinsam mit seinem Kollegen Ortwin Harms (Leiter Marketing und Vertrieb) sowie Dmytro Grybkov, der in Sankt Petersburg die „OOO ECL Rus“ leitet, das Gespräch mit Kunden und Partnern. Die LHG-Tochter European Cargo Logistics (ECL) unterhält unter diesem Namen seit einigen Jahren eine eigene operative Beteiligungsgesellschaft in St. Petersburg. Harms und Grybkov konzentrierten sich darauf, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Beziehungen auszubauen.

Geschäftsführer Jürgens zog ein Fazit: „In den Gesprächen mit unseren russischen Geschäftspartnern stoßen wir mit unseren Angeboten nach wie vor auf großes Interesse, die Beziehungen auszubauen. Wir spüren dabei ein wachsendes Vertrauen, das zum Glück nicht unter politischen Gegebenheiten zu leiden scheint.“

Im Vorfeld der Messe hatte Jürgens gemeinsam mit Bernd Saxe, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der LHG, in Sankt Petersburg die dortige Stadtregierung, Hafenbetreiber und die Deutsche Botschaft besucht. In ihren Gesprächen vereinbarten sie unter anderem, künftig regelmäßig gemeinsame Hafentage St. Petersburg - Lübeck zu veranstalten und vertiefte Kooperationsmöglichkeiten zu erarbeiten.

 

 

Der „Tag der Logistik“ macht’s möglich: Hafengeschäft hautnah erleben


12.04.2018

Am 19. April gewährt die LHG wieder Einblicke in den Skandinavienkai

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(Lübeck, 11.04.2018) Was dem Auge der Öffentlichkeit normalerweise verborgen ist, wird am 19. April erlebbar. Zum „Tag der Logistik“ lädt die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) wieder dazu ein, den Skandinavienkai zu erkunden. Dieses Terminal ist das größte der LHG und einer der größten Umschlagplätze für Fähren und rollende Ladung Europas. An dem Travemünder Knotenpunkt laufen täglich mehrere Schiffe ein und aus und verbinden Lübeck mit Partnerhäfen in Schweden, Finnland und Lettland. An Bord haben sie LKW, Sattelauflieger, Container und andere Ladungsträger, aber auch Passagiere. Bis zu fünfzehnmal am Tag verlässt ein Schiff den Skandinavienkai oder legt dort an.

Es gibt viel zu sehen, denn die Arbeit am Travemünder Terminal ruht nie. An 365 Tagen, rund um die Uhr, kümmern sich LHG-Beschäftigte darum, ihren Hafenteil am Laufen zu halten. Sie beladen und löschen Schiffe, verladen Schwergut, machen Neufahrzeuge versandbereit, lotsen Passagiere zu ihren Schiffen und vieles mehr.

Nicht nur der Wasseranschluss spielt im Hafen eine Rolle. Auch auf der Schiene werden Güter transportiert: Am Umschlagterminal der LHG-Tochtergesellschaft Baltic Rail Gate hieven Portalkräne täglich rund 250 Sattelauflieger und Container auf spezielle Waggons. Auch davon können sich Besucher am Tag der Logistik ein Bild machen. Interessierte melden sich an unter www.tag-der-logistik.de.

Hintergrund: Ganz Europa ist mit dabei      

Unter dem Motto „Logistik macht’s möglich“ rücken am Tag der Logistik am 19. April in ganz Deutschland und darüber hinaus wieder logistische Leistungen für einen Tag in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Der Tag der Logistik ist eine Initiative der gemeinnützigen Bundesvereinigung Logistik (BVL), die von zahlreichen Organisationen, Verbänden, Bildungseinrichtungen und Unternehmen unterstützt wird.

Hafenumschlag in Lübeck zieht an


12.01.2018

Im Lübecker Hafen zeichnet sich eine Trendwende ab...

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Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) hat im vergangenen Jahr 21,8 Mio. Tonnen umgeschlagen, das bedeutet einen Zuwachs gegenüber 2016 um 4,5 %. Insgesamt sind in den Lübecker Häfen voraussichtlich rund 25 Mio. Tonnen bewegt worden.

Zu dem Aufwärtstrend trug vor allem die Zahl der LKW und Trailer im Ro-Ro-Verkehr bei (716.000). Während die LKW-Mengen leicht um 3 % anzogen, erhöhte sich die Zahl der Trailer deutlich um 20 %. Positiv hat sich auch das Segment Fertigfahrzeuge entwickelt, hier stiegen die Mengen um 7 % auf knapp 70.000.

Am Intermodal-Terminal der LHG-Tochtergesellschaft Baltic Rail Gate wurden 2017 rund 88.500 Trailer und Container umgeschlagen und somit fast 19 % mehr als im Vorjahr. Die Planungen für 2018 gehen von einer weiterhin positiven Entwicklung aus. Auch bei den sonstigen Wagenladungsverkehren sind nach wie vor steigende Mengen festzustellen. Insgesamt wurde ein Zuwachs von fast 15 % auf den Gleisen der Hafenbahn verzeichnet.

Geschäftsführer Sebastian Jürgens kommentiert: „Das sind gute Nachrichten, die auf eine Trendwende hindeuten. Wir kommen damit unserem Ziel näher, mit der LHG wieder ordentlich Fahrt aufzunehmen. Die Steigerungen spiegeln zudem das Vertrauen wider, das unsere Kunden in den Standort Lübeck setzen.“