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Trotz Corona: LHG baut den Skandinavienkai weiter aus


21.12.2020

Lübecker Hafen-Gesellschaft und Stora Enso besiegeln weitere Zusammenarbeit

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(Lübeck, 21. Dezember 2020) Der Ausbau des größten Terminals der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) schreitet weiter voran: Am Skandinavienkai setzt die LHG den nächsten Entwicklungsbaustein. Dort entsteht nun im sogenannten dritten Bauabschnitt eine zusätzliche Fläche von circa 60 000 Quadratmeter sowie eine 10 000 Quadratmeter große Mehrzweckhalle. Baubeginn für die Halle ist der kommende April.

Erster großer Kunde der neuen Halle wird erneut Stora Enso (SE) sein. Heute unterzeichneten Sebastian Jürgens (Geschäftsführer LHG) und Knut Hansen (Senior Vice President SE) einen entsprechenden Vertrag. Wie bereits im letzten Jahr vereinbart, sollen am Skandinavienkai die nordfinnischen Mengen des Forstproduktekonzerns aus Kemi und Oulu gelagert und umgeschlagen werden. Sie folgen den südfinnischen Mengen, die bereits seit einem Jahr über das Travemünder RoRo-Terminal laufen. Darauf zielt auch das neue Verschiffungskonzept von Wallenius SOL (WSAB). Die Reederei lässt eigens für diesen Verkehr eine neue Generation RoRo-Schiffe bauen, die ab Ende 2021 den Skandinavienkai anlaufen.

Ende nächsten Jahres werden Fläche und Halle betriebsbereit sein. Auf dem Areal sollen dann vor allem Sattelauflieger und Boxen stehen, die auf Verschiffung oder Abholung warten. Die Halle wird auch eine passende Crossdocking-Station erhalten.

Sebastian Jürgens erklärt dazu: „Wir haben es mit einem schwierigen Marktumfeld zu tun, das ist jedem klar. Aber wir wollen handlungsfähig bleiben und unsere Kunden konsequent dabei unterstützen, Lieferketten zu optimieren.“

Knut Hansen hebt hervor: “Gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern LHG und Wallenius SOL haben wir ein umweltfreundliches Logistiksystem aufgebaut, das allen Versendern offensteht. Hier entsteht der effizienteste Papierlogistik-Hub an der Ostsee.“

Ortwin Harms, Bereichsleiter Marketing und Vertrieb LHG ergänzt: „Auch für unsere Reederkunden ist das ein wichtiges Signal. Wir bieten ihnen den Platz, den sie brauchen, um Verkehre weiter auszubauen.“

In der vorangegangenen Baustufe entstand eine neue Terminalfläche von zehn Hektar, auf der unter anderem eine erste Logistikhalle errichtet wurde.

Mengenrückgang bei der LHG, Verkehrsfrequenz weitgehend stabil


Bild: Karl Erhard Vögele

03.09.2020

Covid-19 hinterlässt auch in Lübeck deutliche Spuren

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(Lübeck, 28.08.2020) Die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 deutlich reduzierte Mengen an ihren vier Anlagen. Nach den vorläufigen Zahlen sank der Umschlag insgesamt um rund acht Prozent. LKW und Trailer gingen um rund zehn Prozent zurück. Im Stückgut- und Schwergutbereich, zu denen vor allem Forstprodukte sowie Eisen und Stahl gehören, lag der Rückgang bei rund vier Prozent.

Der Umschlag von Fertigfahrzeugen litt ebenfalls unter dem Corona-Einfluss. Vier Prozent unter Vorjahr lag der Wert. Erwartet hatte das Unternehmen dagegen eine deutliche Steigerung aus einem größeren Fahrzeugpaket, das seit Beginn des Jahres in Richtung Russland und Baltische Staaten verschifft wird. Am Intermodalterminal der LHG-Tochter Baltic Rail Gate bewegen sich die Frequenzen erst langsam wieder in Richtung Vor-Corona-Niveau.

Stark zurückgegangen sind die Passagierverkehre. Dieses Segment hat sich bis heute noch nicht wieder erholt. Für die Reedereien am Standort stellt das eine sehr hohe Belastung dar. Trotz der zum Teil massiven Einbrüche haben aber alle ihre Fahrplanfrequenz weitgehend aufrechterhalten.

„Covid-19 hat auch an unseren Anlagen deutliche Spuren hinterlassen. Bis Ende Mai hat uns die rückläufige Entwicklung ziemlich durchgeschüttelt, jetzt kehrt langsam so etwas wie neue Normalität ein“, so Geschäftsführer Sebastian Jürgens. „Im Großen und Ganzen sind wir noch einigermaßen ordentlich durch diese außergewöhnlichen Zeiten gekommen. Es bleibt aber abzuwarten, wie schnell sich die Exportwirtschaft von diesem globalen Einschnitt erholt und wie stark sie auf weitere Wellen reagiert. Gerade in unseren Segmenten Papier und Fertigfahrzeuge besteht kein Grund zu Optimismus. Covid-19 krempelt alles um. Erleichtert sind wir darüber, dass unsere Beschäftigten gesundheitlich verschont blieben.“

Trotz der Pandemie geht der Ausbau der Infrastruktur weiter. Die zweite Bauphase am größten Terminal Skandinavienkai ist abgeschlossen. Das Forstprodukteterminal läuft unter Volllast. Der dritte Bauabschnitt ist in Angriff genommen, dort lässt die Hansestadt Lübeck gerade die Flächen abtragen.

Mit neuen Hafenflächen ins dritte Jahrzehnt: Lübeck setzt auf Wachstum


Bilder: Vögele, Pagel



30.01.2020

Ministerpräsident Daniel Günther übergibt Förderbescheid über 11,3 Millionen Euro

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(Lübeck, 30.01.20)  Vertreter der Landesregierung und der Hansestadt Lübeck weihten heute die neuen städtischen Hafenflächen am Skandinavienkai in Travemünde ein und übergaben sie offiziell der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) zum Betrieb. In einer ersten Baustufe entstanden zehn Hektar neue Terminalfläche, auf der unter anderem eine Logistikhalle errichtet wurde. Weitere sechs Hektar Fläche werden in einem zweiten Abschnitt folgen.

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau begrüßte unter den Gästen der Veranstaltung insbesondere den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther sowie einige hochrangige Vertreter des finnisch-schwedischen Konzerns Stora Enso, den ersten großen Nutzer der neuen Halle.

Ministerpräsident Daniel Günther nannte die Entscheidung zum Ausbau der Flächen am Skandinavienkai zukunftsweisend. „Die Stadt wagt damit einen großen Sprung, um den Hafenstandort Lübeck zu modernisieren und wieder auf Expansionskurs zu bringen“, sagte er. Die Hafenwirtschaft sowie die gesamte maritime Branche seien überaus wichtig. Dies gelte für die Hansestadt Lübeck wie für ganz Schleswig-Holstein. Ziel der Landesregierung sei es, die Handelsbeziehungen im Ostseeraum weiter zu vertiefen. Davon werde auch der Lübecker Hafen enorm profitieren. Der Regierungschef überreichte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau zugleich einen Förderbescheid über 11,3 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe regionale Wirtschaftsförderung.

Bürgermeister Jan Lindenau ergänzte: „Die gemeinsamen Investitionen des Landes und der Stadt unterstreichen einmal mehr die Bedeutung Lübecks als Hafenstandort. Gleichzeitig haben wir mit dieser Hafenerweiterung nach innen eindrücklich unter Beweis gestellt, dass derartige Infrastrukturprojekte bei einer vorrausschauenden Planung termingerecht realisiert werden können, sobald der Bedarf es erfordert.“

In 18-monatiger Bauzeit hatten Baufirmen im Auftrag der Lübeck Port Authority (LPA) eine Million Kubikmeter Erde abgetragen und insgesamt 120 000 Tonnen Schotter und 70 000 m² Pflasterung verlegt sowie die Logistikhalle errichtet.

Die Flächenerweiterung geht in diesem Jahr zügig weiter, so dass bis Ende 2021 die Infrastrukturmaßnahme vollständig umgesetzt ist. Darüber hinaus wird auch eine neue Gateanlage, das Papiergate, errichtet. Dadurch ist es möglich, die RoRo- und Fährverkehre von den Verkehren zur Logistikhalle zu trennen.

Insgesamt wird die Hansestadt Lübeck ca. 46 Mio. EUR in den Ausbau der Infrastruktur investieren und erhält dafür bisher eine Förderung des Landes von ca. 30 Mio. EUR. In den Bau der Hallen hat die Stadt weitere 18,5 Mio. EUR investiert.

LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens unterstrich den Mehrwert, den die neue Anlage böte. „Hier bieten wir unseren Kunden fantastische Möglichkeiten: reichlich Platz, direkt an den Fähranlegern gelegen und nur einen Steinwurf von unserem Intermodalterminal Baltic Rail Gate entfernt. Schneller lässt sich Ware aus Skandinavien nicht drehen.“ Die Anlage wirke wie ein Leuchtturm und werfe auch ein gutes Licht auf das Unternehmen: „Das neue Terminal ist ein Symbol für den Turnaround der LHG: Es wird wieder investiert. Stadt und Land vertrauen unserer Leistungsfähigkeit. Das wissen wir zu schätzen.“

Die multifunktionelle Logistikhalle, die 25 000 Quadratmeter misst, ist 300 Meter lang, 85 Meter breit und 20 Meter hoch. Drei Fußballfelder hätten hier spielend Platz. Das Bauwerk kann bis zu 35 000 Tonnen Forstprodukte aufnehmen. Sechs Tore an jeder Längsseite sorgen dafür, dass die LHG dort zügig einlagern und wiederbeladen kann. Weite Dachüberhänge gewährleisten Witterungsschutz. Cassetten und Mafis werden in der benachbarten neuen Fährhalle zum Teil vorgestaut.

Hafenumschlag bei der LHG auf konstantem Niveau


Bild: Lars-Kristian Brandt

15.01.2020

Umschlagmengen bleiben auf Vorjahreslevel, Intermodalverkehr weiter im Aufwärtstrend

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(Lübeck, 15.01.2020) Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) legte 2019 eine Punktlandung hin. Mit rund 22,1 Millionen Tonnen erzielte sie ein Umschlagergebnis, das nahezu exakt auf Vorjahresniveau lag. Mit den vermieteten Terminals ergeben sich 22,3 Millionen Tonnen.

Die Ro-Ro-Verkehre (rund 730 000 Einheiten) bewegten sich ebenfalls im Bereich der Vorjahreszahlen. Während die Anzahl der Trailer leicht zurückging, erhöhte sich in gleichem Maße die Menge der begleiteten Verkehre. Das Volumen der Fertigfahrzeuge stieg leicht, und zwar um 1,5 Prozent auf knapp 70 000. Die Zahl der Passagiere nahm um sechs Prozent zu und lag bei etwas mehr als 445 000.

Geringe Einbußen verzeichnete die LHG bei den Forstprodukten Papier und Karton. Ein Streik in Finnland und Umstrukturierungen der Produzenten trugen dazu bei, dass die Mengen stagnierten.

Deutlich zulegen konnte der Intermodalverkehr. LHG-Tochtergesellschaft Baltic Rail Gate erzielte 2019 erneut eine herausragende Bestmarke: Exakt 113 400 Trailer und Container wurden auf der Intermodalanlage verladen. Das sind 9,5 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2018.

Geschäftsführer Sebastian Jürgens kommentiert: „Wir sind insgesamt zufrieden. Bis zum September lagen wir auf Wachstumskurs. Die konjunkturelle Entwicklung hat letztendlich auch uns eingeholt. Wir können feststellen, dass sich die Zahlen des Vorjahres konsolidiert haben.“

Die Aussichten für 2020 sind positiv. Der Ausbau des Skandinavienkais schreitet weiter voran. Der Probebetrieb des neuen Forstprodukteterminals läuft exzellent. Ende Januar wird die 25 000 Quadratmeter große, multifunktionelle Halle, Kernstück der Anlage, offiziell eingeweiht.